WORTSCHAU

WORTSCHAU 30

Nr.30: Nacht

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Liebe Leserinnen und Leser,

den Gedanken an 1001 Nacht hatten wir natürlich auch im Hinterkopf, als wir das Thema „Nacht“ ausschrieben. Dann malten wir uns die Nacht als einen Ort aus, wo sich Fuchs und Hase, Katzengrau und andere Sprichwörter Gute Nacht sagen. Schließlich ging es uns um den Mond, der als dichterisches Motiv immer wieder eine Herzensangelegenheit ist. Wir wollten mehr wissen über schwarze Löcher, dunkle Materie und andere Finsternisse. Erhofften uns Sternstunden. Einmal träumten wir sogar von Erleuchtung.

Die Autorinnen und Autoren des aktuellen Heftes schickten uns, was ihnen zwischen Abenddämmerung und Morgengrauen eingefallen ist. Texte voll betörender Dunkelheit, in der “... die nacht verschwindet wie jemand, der sich davonmacht, ein geheimnis unter dem mantel.“ (Ulrike Lynn) oder „Nachtstoff schon am Morgen reißt.“ (Sigune Schnabel) Das Repertoire reicht von der Kostprobe einer nächtlichen Wanderung durch Venedig auf den Spuren des Dichters Joseph Brodsky (Jürgen Klein) bis nach Paris. Dort lässt Axel Görlach
„...eine angezählte nacht (...) klebrige minuten über die klinge springen & männer in taxis“.
Es gibt ein Nocturne mit einem „Sternbild aus Nägeln“ (Harald Kappel),
5 Notizen zur Nacht (Manfred Ach) und eine Beteuerung „Ich liebe nur die sternklare Nacht“ (Judith Wolf).
Und es gibt die Gedichte von Andreas Hutt, den wir in diesem Heft unter den insgesamt 24 Autorinnen und Autoren besonders hervorheben. Sein feinnerviger Ton öffnet der Stille der Nacht einen Raum, der selbst im Winter „dunkles Sommerblau“ enthält.

Bildende Künstlerin dieser Ausgabe ist Elisabeth Mühlen.
Ihre Zeichnungen bereichern auf subtile Weise die Texte um Licht in der Dunkelheit.

Autorinnen und Autoren dieser Ausgabe:

Jürgen Klein
Andreas Hutt
Kathrin Niemela
Axel Görlach
Ulrike Lynn
Sebastian Hage-Packhäuser
Simon Probst
Sigune Schnabel
Mikel Bower
Johanna Hansen und David Oates
Christina Fuchs
Peter Pollmann
Gisela Cölle
Arno Dahmer
Judith Wolf
Harald Kappel
Amrit Mehta
Ilse Kilic
Jens Berlau
Christine Rainer
Michael Hillen
Wolfgang Allinger
Rumiana Ebert
Manfred Ach


Künstlerin dieser Ausgabe: Elisabeth Mühlen

Zeichnerin, Malerin, *1959, 1977–1986 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, Meisterschülerin bei Erwin Heerich, freiberuflich seit 1989, Ausstellungen seit 1980, lebt und arbeitet in Düsseldorf "… im Werkstück entsteht so etwas wie ein Abdruck von dem, was mir hier sichtbar ist, was zudem gezeigt und erzählt wird und dann, manchmal so, manchmal so, was ich mir vorstelle. Sowohl im Machen als auch im Zeigen liegt ein Übergang, der auf vielen Ebenen stattfindet und mich interessiert.“
www.elisabeth-muehlen.de

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WORTSCHAU 29

Nr.29: Am Wasser

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Liebe Leserinnen und Leser,

es heißt, dass wir alle mindestens einmal täglich ans Meer denken. Wir fanden diesen Hinweis so anregend, dass wir eine Ausgabe
am Wasser machen wollten. Jetzt liegt sie vor Ihnen.
Es gab so viele Einreichungen wie nie zuvor. Darüber haben wir uns sehr gefreut und aus der Fülle interessanter Texte diese Auswahl zusammengestellt. In der aktuellen WORTSCHAU können Sie nun mit 30 Autorinnen und Autoren
am Wasser Luft holen.
Wasser bewegt alle Sinne, weil es selbst beweglich ist. Plätschernd, ungestüm, beruhigend, betörend, in flüssiger und fester Form. Wasser ist Symbol für Zeitlosigkeit, stete Erneuerung und Wandlung. Lebenselixier. Die Autorinnen und Autoren der WORTSCHAU sind diesem Lebensspender auf vielfältige Art und Weise begegnet.
Ich sitze auf dem Tassenrand, wärme mir die Füße im Tee, schreibt Doris Konradi über das Schwimmen in einer Teetasse. Bei Georg Ruby intonieren Möwen unverhofft einen Meeressoundtrack, während Ulrike Warmuth die stunden wie kieselsteine ins wasser wirft. Die Fähre legt an und wieder ab. Die schwindende Zeit liegt wie eine Hypothek auf ihren Gesichtern (Daniel Mylow), während der Horizont den Gurt enger zieht (Rumiana Ebert) und im Dunkeln Sattelschlepper vorbeitosen wie Stürme (David Oates).
Verfluchter Winter, der die Flüsse betäubt, selbst Daugava und Venta. Die Schneemänner tragen silberne Borten im Knopfloch. Mit Dagnija Dreika aus Riga, der Hauptautorin dieser Ausgabe, wechseln wir die Perspektive, mit ihr – und mit Doris Wirth, James Hopkins, Tobias Roth und Johanna Hansen – wird Lettland zu einem Themenschwerpunkt in diesem Heft. Anlass war eine Residenz der genannten Autorinnen und Autoren im Schriftstellerhaus in Ventspils.
Die Photoarbeiten Elena Hills, die ebenfalls aus Riga / Lettland stammt, ergänzen die neue Ausgabe der WORTSCHAU mit Ansichten des winterlichen baltischen Meeres und spiegeln darüber hinaus die atmosphärische Dichte der Texte wider.

Doch. Sieh mein reales Herz Ist eine Schwimmblase aus Seide
Axel Görlach

Johanna Hansen, Thorsten Keller, Wolfgang Allinger

Autorinnen und Autoren dieser Ausgabe:

Dagnija Dreika
Georg Ruby
Kathrin Niemela
María Castro
Sebastian Hage-Packhäuser
Ulrike Warmuth
Axel Görlach
Matthias Dietrich
Daniel Mylow
Doris Konradi
Frank Norten
Rupprecht Mayer
Rumiana Ebert
Doris Wirth
Johanna Hansen und David Oates
Andreas Hutt
Esther Andradi
Wolfgang Allinger
Dieter Krüll
Michael Hillen
Bess Dreyer
Tobias Roth
Thorsten Trelenberg
Christine Rainer
James C. Hopkins
Michael Wehrmann
Kathrin B. Külow
Armin Baumgartner

Künstlerin dieser Ausgabe: Elena Hill

geboren 1974 in Riga, Lettland, lebt seit 2002 Düsseldorf, Deutschland. 1992-94 Ausbildung zur Fotografin in Riga, Lettland, 1994-2002 Pressefotografin beim Presse Verlag »Petit« für Zeitschriften und Magazine. Schwerpunkte: Menschen, Reisen, Musik, Kultur, soziale Themen. Fotografin bei der Staatlichen Oper und dem Ballett Theater, Riga, seit 2002 freiberufliche Fotografin in Deutschland.
Fotografische Projekte und Referenzen: RUHR.2010 »Still-Leben Ruhrschnellweg A40« - Tanztheater Wuppertal, Pina Bausch www. pina-bausch.de - Für die »ART-Reisen« des Mode-Historikers Alexander Vassiliev, Fotografie, Bücher und Videos. Außerdem Videos für das Russische Fernsehen »1 Kanal« über die Reisen nach Paris, Istanbul, Barcelona, Madrid und ins Baltikum. Ausstellungen: 2001 Petit / Riga - 2002 Moscow House / Riga - 2007 R. Fuchs Syrius Gallery / Düsseldorf - 2013 Johanna Hansen Art Atelier, Düsseldorf - 2014 Kunstpunkte Düsseldorf (Film Präsentation). Einzelausstellung: 2013 »Un posto per solitudine« - Fotoausstellung im Museum Mentzendorffhaus, Riga, Lettland.

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WORTSCHAU 28

Nr.28: Verborgene Paradies

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Liebe Leserinnen und Leser,

selbstverständlich werden Sie in den verborgenen Paradiesen dieses Heftes auch auf Apfelbäume stoßen (Tobias Roth), auf „Lockrufe der Bahnlinie“ (Ulrich Kersten), die an anderer Stelle bis nach Argentinien führen, wo ein Paradies- baum steht, der aussieht „wie eine würdevolle alte Dame“ (Esther Andradi). Sie werden aber auch unverhofften Glücksmomenten begegnen können, einem Paradies, das „nur einen federwurf entfernt“ liegt (Michaela Hinterleitner) oder nach „liliput“ (Kathrin Schadt) entführt oder in „Zwitschergeräuschen“ hörbar werden lässt, „ wie hinter dem Schlaf unzählige Wörter promenieren“ (Regina Ray). Sie können Haikus von Schülerinnen und Schülern 9-ter Klassen der Marie-Curie-Realschule in Mannheim entdecken. Sie haben - zusammen mit Wolfgang Allinger - zerbrechliche Paradiese aus Glas entworfen. Und wenn Sie bei der Lektüre hier und da französisch unterwegs sein sollten, treffen Sie ganz sicher unter den 19 Autorinnen und Autoren dieser paradiesischen Ausgabe „am fiebersaum der herzbucht“ Aline Wollmer. Sie wird von uns in diesem Heft besonders hervorgehoben. Als Studentin der Komparatistik und Romanistik in Mainz jongliert sie virtuos gleich mit zwei Sprachen. „und jede Silbe klingt babelliciste“.
Die „Fragmente Botanischer Garten“ von Lieselotte Freusberg, die sich seit Jahrzehnten mit der Natur als Bildraum auseinandersetzt, bereichern die aktuelle WORTSCHAU in Form luftiger Zeichnungen aus ungewöhnlicher Perspektive.

Autorinnen und Autoren dieser Ausgabe:

Aline Wollmer
Dana Fabini
Doris Wirth
Markus Lemke
Ulrich Kersten
Frank Norten
Wolfgang Allinger
Kathrin Schadt
Regina Ray
Martin Piekar
Johanna Hansen und David Oates
Tobias Roth
Klaus Fischer
Kathrin B. Külow
Esther Andradi
Christian Ingenlath
Glas-Haikus von Schülerinnen und Schülern 9-ter Klassen der Marie-Curie-Realschule in Mannheim
Thomas Brandt
Michaela Hinterleitner

Künstlerin dieser Ausgabe: Liselotte Freusberg

1933 geboren in Köln, 1955 1956 Studium der Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität Köln, 1956 - 1960 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf: Malerei und Zeichnung, 1958 Teilnahme an der Sommerakademie in Salzburg bei Oskar Kokoschka, zahlreiche Ausstellungen. www.freusberg.de

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WORTSCHAU 27

Nr.27: Diese Landschaft aus Träumen Turbulenzen

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Liebe Leserinnen und Leser,

es sind innere Landschaften, von denen in diesem heft die rede ist. Sie sind ausgestattet mit ausgeträumten Träumen, dem „Traum vom Dichten“ z.B. (horst Pulkowski) und vom Fliegen (Bastian Kienitz), sie zeigen Erschöpfung und Entfremdung, Ernüchterung und rhythmus/Störung – „immer wieder sprühst du graffiti an die herzwand“ (christa Issinger), sie zeigen zerbrochene Träume und nur selten hoffnungsschimmer. Konfrontieren uns stattdessen schonungslos mit Desillusionierung. Vielleicht mit dem Ziel, sich darin „wiederzufinden“ und uns aufwachen zu lassen? Die 20 autorinnen und autoren dieser ausgabe sind Grenzgänger jenseits von Wunschträumen. Besonders Frank Norten. Ihn heben wir in dieser ausgabe heraus: „es wird eine grosse kälte geben... und die nächte sehen viele grosse schwarze pistolen“. Wir haben zu diesen Texten Fotos des bildenden Künstlers horatio Law ausgesucht, die Landschaftsräume als Spiegel psychischer Zustände ausloten.

Autorinnen und Autoren dieser Ausgabe:

Frank Norten
Aline Wollmer
Christa Issinger
Ulrich Kersten
Emil Fadel
Maria Castro
Johanna Hansen
Bess Dreyer
Ina-Maria von Ettingshausen
Frauke Tomczak
Michael (Mikel) Bauer
Johanna Hansen und David Oates
Achim Raven
Wolfgang Allinger
Dana Fabini
Ingrid Samel
Horst Pulkowski
Ralf Hilbert
Dr. Bastian Kienitz
Dieter Krüll

Künstler dieser Ausgabe: Horatio Hung-Yan Law

Ein interdisziplinärer Künstler, der Gegenstände des täglichen Lebens benutzt, um Fragen der Identität, der Erinnerung und des Vor- und Nachteils interkultureller Auseinandersetzung in unserer sich entwickelnden globalen Gemeinschaft auf den Grund zu gehen. Law wurde als Sohn chinesischer Eltern in Hongkong geboren und siedelte im Alter von sechzehn Jahren in die Vereinigten Staaten über. In seiner Arbeit packt er oft gewichtige Themen an und schafft mit vergänglichen und unerwarteten Materialien still widerstreitende, meditative und atmosphärische Werke. Im Jahr 2015 war er artist-in-residence im Caldera Arts Center in Sisters, Oregon, und 2014 in der Cité Internationale Des Arts in Paris; außerdem arbeitete er als Gastkünstler an der Austin Peay State University in Clarksville, Tennessee, und als Gastprofessor an der Pont Aven School of Contemporary Art in der Bretagne.

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WORTSCHAU 26

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